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Die Definition und das Textilkennzeichnungsgesetz Laut Textilkennzeichnungsgesetz dürfen nur "Fasern vom Fell des Schafes (Ovis aries)" [Alfons Hofer, Textil- & Modelexikon, Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main] als Wolle bezeichnet werden. Im Allgemeinen werden Wollfasern als Haare von verschiedenen Tieren (z.B. Schafe, Kamel, Ziege, Kaninchen, Vikunja,...) verstanden. Wolle eignet sich zum Verspinnen und Weben. Das wichtigste Tier in der Wollproduktion ist das Schaf. Die Historie Schafe gehören
zu den ältesten Haustieren der Menschen. Sie wurden schon 9000 v.
Chr. von Menschen gezüchtet. Die erste systematische Züchtung ist
von den Römern bekannt. Vor Erfindung der Schneidwerkzeuge
wurden den Schafen die Haare von Hand ausgerupft (Aua!
Der Aufbau der Wollfaser Wolle ähnelt dem menschlichen Haar. Die Grundsubstanz bildet das Keratin (Einweißmolekülketten). Im Inneren hat Wolle eine bilaterale Struktur, bei der sich unterschiedliche Zellen umeinanderwickeln und im Äußeren verfügen die Fasern über schuppige Oberfläche.
Das Wollvlies Das Wollvlies sollte immer zusammenhängend beim Scheren gewonnen werden und wird in vier unterschiedliche Qualitäten aufgeteilt:
Die Schurarten Wolle wird u.a. danach unterschieden wann und wie oft die Wolle vom Schaf geschoren wird. Jährlingswolle stammt von der ersten oder zweiten Schur nach 10-12 Monaten. Lammwolle ist die Wolle von der ersten Schur nach 6 Monaten. Wenn ein Schaf einmal im Jahr geschoren wird, spricht man von Einschurwolle. Dem entsprechend stammt Zweischurwolle von Schafen, die zweimal im Jahr geschoren werden. Als Haut- oder Schlachtwolle wird Wolle bezeichnet, die nach dem Schlachten gewonnen wurde. Sterblingswolle stammt von verendeten Schafen. Wenn die Wolle nach dem Gerben gewonnen wurde, so heißt sie Gerberwolle und Reißwolle wird aus bereits benutzen Textilien wiedergewonnen, sozusagen "Recycling - Wolle". Die Produktion Die Schur erfolgt von Hand oder Maschine. Ein Merinoschaf liefert ca: 2kg gewaschene Wolle. Bei der Schur wird die Wolle in einem zusammenhängenden Wollkleid, dem Vlies, geschoren. Nach dem Scheren wird die Wolle gewaschen, wobei das Nebenprodukt Wollfett (Lanolin) abfällt, das als Basis für Cremes und Salben genutzt wird. Vor dem Verspinnen wird die Wolle dann in die verschiedenen Qualitäten des Wollvlieses aufgeteilt und je nach Zustand zu Streichgarnen oder Kammgarnen weiterverarbeitet. Die Schafrassen In der Wollproduktion spielen vor allem drei Arten von Schafen eine wichtige Rolle: Das Merinoschaf, das Crossbredschaf (Kreuzzucht) und das Cheviotschaf. Die Merino - Wolle Merinowolle ist fein, kurzfaserig (bis zu 100mm) und stark gekräuselt (hochbogig).
Die Crossbred - Wolle Crossbredwolle ist mittellang (bis zu 200mm), von mittlerer Feinheit und verfügt über ein mittlere Kräuselung (normalbogig).
Die Cheviot - Wolle Die Cheviotwolle ist lang (bis zu 500mm), grob und wenig gekräuselt (flachbogig).
Die Wollstoffe Aus Wolle werden u.a. Kammgarnstoffe wie z.B. Gabardine oder Fresko und Streichgarnstoffe wie Tweed oder Loden (zusätzlich gewalkt) produziert. Weitere Beispiele für Wollstoffe sind Afghalaine, Bouclé, Donegal, Flanell, Filz,... Die Schurwolle Um Wolle als Schurwolle zu deklarieren, muß diese bestimmte Kriterien erfüllen. Es muß Wolle vom lebenden, gesunden Tier sein. Außerdem darf Schurwolle höchstens 0,3% unvermeidbaren Faseranflug aufweisen. Beim Wollsiegel sind 5% für sichtbare Ziereffekte gestattet. Das Kombiwollsiegel findet bei Fasermischungen im Zusammenhang mit Schurwolle Anwendung. Hier darf der Anteil der Schurwolle allerdings nicht weniger als 60% betragen. Die Eigenschaften Wolle ist hochelastisch, knitterarm und verfügt über eine schlechte Wärmeleitung aber über eine gute Wärmehaltung (Wärmeisolation), da isolierende Luft in der gekräuselten Wolle eingeschlossen wird. Außerdem ist Wolle im Gegensatz zu Baumwolle säurenbeständig und laugenunbeständig. Wolle ist weich und schmiegsam und unter Einfluß von Wärme, Feuchtigkeit und Druck verformbar (thermoplastisch). Die Dichte der Wolle beträgt 1,31g pro Kubikzentimeter. Wollfasern haben eine schuppige Oberflächenstruktur und die Feinheit ist sehr verschieden und beträgt je nach Wollsorte 12 - 80 Mikron. Je kürzer die Haare, der feiner und umso stärker gekräuselt. Die Reißfestigkeit liegt bei 10-16 Rkm und somit hat Wolle die geringste Reißfestigkeit aller Naturfasern. Wolle hat eine Naßfestigkeit, die bei 80-90% der Trockenfestigkeit liegt und läßt sich im trockenen Zustand um 28 - 40% und im nassen Zustand um 110 - 130% dehnen. Die Elastizität liegt bei 60 - 70%. Wichtig ist auch die sehr hohe Feuchteaufnahme der Wolle, die bis zu 40% der Feuchtigkeit aufnehmen kann, ohne sich naß anzufühlen. Wasser kann in Wolle aber nur in dampfförmiger Form eindringen, da die Häutchen auf den Schuppen Wassertropfen abrollen läßt. Bei grober Wolle könnn durch abstehende Schuppen Hautreizungen entstehen (Wolle kratzt). Außerdem verfügt Wolle über die Eigenschaft der Filzbarkeit. Unter Einfluß von Wärme, Wasser und Bewegung verhaken sich die Schuppen der einzelnen Faser und der Stoff verdichtet sich. Wolle lädt sich nur gering elektrostatisch auf. Die Ausrüstungsverfahren Die Eigenschaften von Wolle und Wollstoffen können durch verschiedene Eingriffe verändert werden. Es gibt u.a. das Dekantieren, die Antifilzausrüstung, die Formfestbehandlung. Nach der Waschmaschinenfestausrüstung kann man Wolle in der Maschine waschen. Nach dem Karbonisieren wurde Pflanzenschmutz durch Schwefelsäure entfernt und das Eulanisieren macht Wolle mottensicher. Die Erzeugerländer Schafe leben in fast allen Teilen der Erde. Die wichtigsten Herkunftsländer für Wolle sind aber Australien, Rußland, Neuseeland, China, Argentinien, Uruguay, Südafrika, Türkei,... Die Verwendung Wolle ist vielfach einsetzbar. Die wichtigsten Einsatzgebiete liegen im Bekleidungsbereich bei Anzügen, Mänteln, Pullovern, Kostümen, Westen, Socken, etc. Auch Heimtextilien wie Decken, Teppiche oder Dekorationsstoffe werden u.a. aus Wolle hergestellt. Die Pflege Je nach Ausrüstung sollte Wolle von Hand oder in der Maschine gewaschen werden und nicht gechlort werden. Wolle sollte man bei zwei Punkten (ca: 150°C) bügeln und die chemische Reinigung ist mit Per möglich. Produkte aus Wolle sollten auf keinen Fall in den Wäschetrockner gegeben werden. Bitte beachten Sie immer die Angaben des Herstellers. Wolle | Seide | Angora | Kaschmir | Vikunja | Lama | Alpaka | Kamel | Mohair | Roßhaar |
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