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Seide
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Das Textilkennzeichnungsgesetz
-

"Fasern, die ausschließlich aus Kokons seidenspinnender Insekten gewonnen werden"
   
Die Definition
- Fasern aus der Mittelschicht des Kokons der Seidenraupe
   
Die Historie
- Seide stammt ursprünglich aus China
- gelangt ca: 200 v. Chr. von China nach Korea
-

kommt im Jahre 552 n. Chr. nach Byzanz und von dort aus ins südliche und mittlere Europa
-
In Europa wird Seide zuerst in Italien und dann in Frankreich industriell verarbeitet
   
Die Raupen
- Maulbeerspinner (Zuchtseide)
- Maulbeerspinner wird seit Jahrtausenden in in China (seit 3000 v. Chr.), Japan und Indien gezüchtet
- Tussahspinner
- Sacrote oder Eichenspinner
-


werden bei der Zuchtseide durch heißes Wasser oder Wasserdampf vor dem Schlüpfen abgetötet, damit der Kokon als ganzes erzhalten bleibt und kein Loch durch das Schlüpfen des Schmetterlings entsteht.
-

verfügen über 4 Drüsen am Unterkiefer (2 produzieren Fibroin, die anderen sind für das Sericin verantwortlich)
   
Der Seidenfaden
- besteht aus zwei platten Fäden (aus hornähnlichem Fibroin)
-

beide Fäden (Fibroin) sind von einer gemeinsamen Hülle (Seidenleim - Sericin) umgeben
   
Die Produktion
- Das Sericin wird durch eine seifenartige Lösung entfernrt
- Seidenzwirn entsteht durch die Verdrehung mehrerer Seidenfäden
-

Die Abfälle der Seidenzwirnproduktion können zu Bourretteseide oder Schappeseide versponnen werden
-

Der Verlust des Seidenleims wird teilweise durch Metallsalze ausgeglichen (erschweren der Seide)
- Überpari: Es wurden mehr Metallsalze hinzugefügt, als Seidenleim entfernt
- Pari: Die Menge der Metallsalze entsprechen der Menge des Seidenleims
- Unterpari: Es wurden weniger Metallsalze hinzugefügt, als Sericin reduziert wurde
- Für 1kg Rohseide werden ca: 10-11 Kokons benötigt.
   
Der Kokon
- Durchmesser: 20 - 25mm
- Länge: 30mm
- Form: Eiförmig (männliche Kokons) bzw. 8-Förmig (weibliche Kokons)
- enthält ca. 800m Seidenfäden
- entsteht bei der Verpuppung der Raupe zum Schmetterling
-

Bei Zuchtseide werden die Raupen in Spinnhütten gebracht, die ideal für den Bau eines Kokons sind
-

Die Kokons werden an der Spinnhütte oder an ihrer Umgebung mit sog. Flockseide befestigt
- Der Bau eines Kokons dauert ca: 3-4 Tage
- Nur die hochwertigsten Kokons werden für die Haspelseide verwendet
- minderwertige Kokons werden für Schappeseide verwendet
  Abhaspeln der Kokons
Abb1: Abhaspeln der Kokons
   
Die Eigenschaften
- Feuchteaufnahme: maximal 30% des Eigengewichtes (ohne sich feucht anzufühlen)
-

Dichte: 1,37g pro Kubikzentimeter (nichtentbastete Seide) / 1,25g pro Kubikzentimeter (entbastete Seide)
- entbastete Seide ist einer der leichtesten Faserstoffe
- Reißlänge: ca: 50 km (entbasteter Faden)
- Reißfestigkeit: 20 - 50 Rkm
- Dehnung: 24% bei Normalklima
- Naßfestigkeit: ca: 85% der Trockfestigkeit
- edler Glanz
- sehr weich
- geschmeidig
- knitterarm im unerschwerten Zustand
- gute Wärmeisolation (im unentbasteten Zustand)
- gute Färbbarkeit
- Feuchtigkeitsanziehend (hygroskopisch)
-

empfindlich gegenüber Körperschweiß (Schweißflecken) Laugen und Sonneneinstrahlung
- Temperaturausgleichend
-

sehr fein (12-25 Mikron), neben Viskose die feinste Faser, die aus natürlichen Polymeren besteht
- sehr hohe Elastizität (höchste aller Naturfaserstoffe)
   
Die Seidenarten
- Maulbeerseide
- Tussahseide
- Bourette
- Schappe
- Cuitseide
- Souple - Seide
- Anaphe - Seide
- Muschelseide
- Ecrú - Seide
   
Die Maulbeerseide
- auch als echte, edle, reale oder Zuchtseide bekannt
-

Produkt des Maulbeerspinners (ernährt sich von den Blättern des Maulbeerbaumes)
- wird als Haspelseide verwendet
- hochwertigste Seide
- wird als Haspelseide verwendet
- hochwertigste Seide
   
Die Tussahseide
- auch Wildseide genannt
- wird von Kokons gewonnen, deren Schmetterlinge bereits geschlüpft sind
- ergibt ein unregelmäßiges Warenbild
- bastlos
- sehr haltbar
   
Die Bourette - Seide
- Entsteht beim Kämmprozeß in der Schappeseidenproduktion
- Bourette - Seide wird durch das Grobspinnverfahren gewonnen
- unregelmäßig
- noppig
- stumpfer und fülliger als Schappe - Seide
- preiswert
   
Die Schappe - Seide
- auch als Florettseide bekannt
- wird aus den nicht abhaspelbaren Teilen des Kokons gewonnen
- wird durch ein Verfahren weiterverarbeitet, daß dem Kammgarnverfahren ähnelt
- Abfallprodukt (Kämmlinge) wird zu Bourette-Seide verarbeitet
   
Die Cuit - Seide
- auch als "Glanzseide" bezeichnet
- sehr weich und glänzend
- zu 100% entbastet
- durch den Verlust des Seidenleims entsteht ein Festigkeitsverlust
   
Die Souple - Seide
- Naturseide, die durch Seifenlauge teilweise entbastet wurde
- Gewichtsverlust durch den Entbastvorgang: ca: 8-12%
   
Die Anaphe - Seide
- afrikanische Naturseide
- wird auch Nesterseide genannt
- aus kleinen Kokons gewonnen
- wird nur in der Schappespinnerei gewonnen
- wird teilweise als Effektfaden in der Tuchweberei verwendet
   
Die Ecrú - Seide
- nicht entbastet
- glanzlose Rohseide
- mit künstlich gehärtetem Bast
   
Die Muschel - Seide
- ca: 60mm langer Faserbart von Steckmuscheln aus dem Mittelmeer
- schwer zu gewinnen
   
Die Pflege
- Waschen: nicht-alkalische (Fein-)Waschmittel verwenden
-

Bügeln: im leicht feuchten Zustand, aber nicht mit einem Dampfbügeleisen (Gefahr von Wasserflecken)
-

Bügeln der Tussahseide: im trockenen Zustand von links (Um die Gefahr von Glanzstellen zu vermeiden)
- Zum Schutz wird empfohlen ein Schuzttuch zu beim Bügeln zu verwenden
-

In Naturseideprodukte sollten wenn möglich Schweißblätter eingenäht werden
   
Die Seidenstoffe
- Bourette
- Chiffon
- Crêpe de Chine
- Damassé
- Duchesse
- Organza
- Satin
- Taft
- u.v.m.
   
Der Vergleich
- Anteil an der Weltfaserproduktion: weniger als 1%
- Seide wird oft als Vorbild für die Herstellung von Chemiefasern benutzt
   
Die Anbaugebiete
- Japan
- China
- Indien
- Rußland
- Brasilien
- Korea
   
Die Quellen:
-

Alfons Hofer: "Textil- und Modelexikon", 6. Auflage, Deutscher Facherverlag, Frankfurt am Main, 1998
-

"Das neue Taschen Lexikon in 20 Bänden", Bertelsmann Lexikon - Institut, Band 14 S-Sh, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh 1992
- Dipl.Ing.Päd. Frank Geringswald: "Rohstofflehre I", Skriptum, LDT Nagold, 1998
- "Grosses Handlexikon in Farbe", Lexikon Institut Bertelsmann (Hrsg.), Gütersloh
- "Fachwissen Bekleidung", Europa Lehrmittel, 4. Auflage, Haan - Gruiten, 1995

 

 

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